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Herz-Jesu-Feuer in Südtirol

Einmal im Jahr, am Herz Jesu Sonntag, lodert und züngelt es auf Südtirols Bergen, dann hissen die traditionsbewussten Südtiroler die weiß-rote Tiroler Fahne, singen mit vor Stolz geschwellter Brust „Zu Mantua in Banden“ und schwören dem Herzen Jesu ewige Treue.

Nein, die Südtiroler treten Anfang Juni weder dem Jesuitenorden bei noch werden sie zu Patrioten. Bei den Herz-Jesu-Feiern und Herz-Jesu-Feuern im ganzen Land geht es einzig und allein darum, dem Freiheitskämpfer Andreas Hofer und seiner Taten zu gedenken und symbolisch das Herz-Jesu-Gelöbnis zu erneuern, dass die damals sehr religiösen Tiroler 1796 erstmals ausgesprochen haben.

1856 wurde das Herz-Jesu-Fest offiziell zum Fixtermin im katholischen Kirchenkalender: Es ist von Papst Pius IX. als Gedenktag für die ganze Kirche eingeführt worden und findet am dritten Sonntag nach Pfingsten statt.

Die Herz-Jesu-Verehrung war in früheren Jahrhunderte Ausdruck der Volksfrömmigkeit und der Heimatverbundenheit: die Tiroler schworen dem Herz-Jesu 1796 erstmals durch Bergfeuer ewige Treue und der Schwur wurde von Andreas Hofer vor der legendären Bergiselschlacht wieder erneuert.

„Auf zum Schwur…“

Heute geht es zum Glück nicht mehr um blutige Auseinandersetzungen zwischen Tirolern, Bayern und Franzosen und um göttliche Hilfe muss nicht mehr durch Gelöbnisse gerufen werden. Herz-Jesu ist heute viel mehr als Gedenken an die bewegte Geschichte Tirols. Dazu werden alljährlich am Herz-Jesu-Samstag oder -Sonntag Feuer auf den Bergen Tirols in Formen von Herzen oder Kreuzen entzündet, um symbolisch auf die Einigkeit Tirols hinzuweisen.

Und weil die Südtiroler ja Genießer sind, verbinden sie die Herz-Jesu-Feuer mit gemütlichem Beisammensein, Essen und Feiern.