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Gebirgskrieg in den Dolomiten

Seit dem Mittelalter bildeten die Dolomiten die Grenze zwischen Österreich und Italien. Nachdem Italien 1915 an der Seite von England, Frankreich und Russland in den Krieg eingetreten war, wurde diese Linie im Ersten Weltkrieg zur erbittert umkämpften Gebirgsfront.

Mit der Kriegserklärung Italiens an Österreich-Ungarn fing ein trauriges Kapitel in der Geschichte der Dolomiten an: Das Gebiet um die Drei Zinnen wurde zu einem Kriegsschauplatz, an dem unter anderem die Kaiserjäger auf österreichischer Seite gegen die Alpini auf italienischer Seite unter härtesten Bedingungen um jeden Meter kämpften. 

Zermürbender Stellungskrieg

Die Soldaten sprengten kilometerlange Stollen in die Dolomiten, bauten Stellungsanlagen und Seilbahnstationen, Schützengräben und Kavernen. Die Versorgung im Hochgebirge gestaltete sich schwierig. Im Winter mussten die Soldaten oft wochenlang in ihren Schützengräben auf dem Paternkofel, auf dem Lagazuoi oder auf der Marmolata ausharren, ohne Nachschub zu erhalten.

Der rund vier Jahre währende Stellungskrieg forderte auf beiden Seiten riesige Verluste. So fielen allein am Col di Lana, dessen Gipfel weggesprengt wurde, etwa 8.000 Soldaten. Insgesamt kamen im Gebirgskrieg mehr Soldaten durch Hunger und Kälte, Lawinen und Steinschlag um als im Gefecht. 1.259 Soldaten sind auf dem unter Denkmalschutz stehenden Kriegerfriedhof Nasswand, der 6 km südlich von Toblach an der Straße Richtung Cortina d'Ampezzo liegt, bestattet.

Gegen das Vergessen

Die Freilichtmuseen auf der Sextner Rotwand (Teil des Bellum Aquilarum) sowie auf dem Monte Piana oberhalb des Dürrensees vermitteln durch Stellungen, Schützengräben und Galerien Eindrücke von den Schrecken und Entbehrungen des Gebirgskriegs. Auch sonst treffen Wanderer und Bergsteiger immer wieder auf Spuren, die der Erste Weltkrieg in den Dolomiten hinterlassen hat.

Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs wurden viele Grenzverläufe in Europa geändert und Südtirol kam zu Italien. Das Projekt Dolomiten ohne Grenzen stellt nicht das Trennende sondern das Verbindende zwischen Italien und Österreich in den Vordergrund. Der Höhenweg mit 12 Klettersteigen verläuft vom Cadore über das Hochpustertal im Bereich der Drei Zinnen bis zum Tiroler Gailtal. Als überregionaler Friedensweg ist er eine alpinistische Herausforderung mit erinnernswertem historischen Hintergrund.

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