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Mythen & Sagen aus Südtirol

Kommen Sie mit uns auf eine fantastische Reise durch die Sagenwelt Südtirols, lernen Sie die geheimnisvollen Winkel des Landes kennen und machen Sie Bekanntschaft mit Zwergen, Feen und anderen märchenhaften Gestalten.

Über nahezu alle Ecken und Enden Südtirols gibt es die eine oder andere Geschichte zu erzählen, die von Generation zu Generation weitergegeben wird und von der Entstehung der Berge, Seen und Almen, von magischen Geschehnissen oder legendären Figuren handelt.

König Laurins Rosengarten

Rosengarten
Rosengarten

in der Abenddämmerung

© Tourismusverein Welschnofen

Nach der Legende aus dem Eggental hatte der Zwergenkönig Laurin ein fleißiges Volk, Berge voll mit kostbarem Erz und einen wunderschönen Rosengarten, auf den er sehr stolz war. Nur eine Gemahlin fehlte ihm. Als der König an der Etsch einen Ehemann für seine Tochter Similde suchte, wollte Laurin am Ritterwettkampf teilnehmen, der zu ihren Ehren veranstaltet wurde. Jedoch erhielt er keine Einladung. Erbost ging er dennoch hin – mithilfe einer Tarnkappe als unsichtbarer Gast.

Als Laurin Similde sah, verliebte er sich sofort in sie. Kurzerhand entführte er die Königstochter. Gemeinsam mit einigen Rittern brach der Fürst Dietrich von Bern auf, um die Prinzessin zurückholen. Mit einem Zaubergürtel, der ihn stark wie zwölf Männer machte, trat König Laurin ihnen in seinem Rosengarten entgegen. Als seine Kräfte dennoch nicht ausreichten, griff er abermals zur Tarnkappe. An den Bewegungen der Rosen erkannten die Ritter jedoch, wo Laurin umhersprang. So gelang es ihnen schließlich, den Zwergenkönig gefangenzunehmen.

Dieser fühlte sich von seinem Rosengarten verraten und so verfluchte er ihn: Kein Mensch sollte ihn je wieder zu Gesicht bekommen, weder bei Tag noch bei Nacht. Die Dämmerung hatte er in seinem Fluch allerdings vergessen. Daher kann König Laurins Rosengarten bei Sonnenaufgang und -untergang immer wieder neu erblühen – in Gestalt des Alpenglühens, das hierzulande auch Enrosadira genannt wird.

Die Schlernhexen

Sagenumwobener Schlern
Sagenumwobener Schlern

Um den Schlern ranken sich zahlreiche Mythen, in denen besonders die Schlernhexen eine wichtige Rolle spielen.

© IDM Südtirol/Harald Wisthaler

Das außergewöhnliche Bergmassiv des Schlern soll von Hexen, Geistern, Zwergen und anderen sagenhaften Gestalten bevölkert werden. Zu den bekanntesten und zugleich gefürchtetsten Bewohnern des Schlerngebiets gehören zweifelsohne die Schlernhexen. Sie sollen sich regelmäßig auf dem markanten Berg versammeln, schlimme Unwetter herbeizaubern und anderen magischen Unfug anrichten.

In diesem Zusammenhang ist immer wieder die Geschichte vom Hansel zu hören, einem kleinen Bauer, der einen Hof am Fuße des Berges bewohnte. Während eines Gewitters ist er einmal einer Hexe begegnet. Beherzt griff er zum Gewehr, besprengte die Kugeln mit Weihwasser und erschoss die Gestalt. Der entsetzliche Anblick der toten Hexe muss für den Hansel jedoch ein derart großer Schock gewesen sein, dass er sich sein Lebtag nicht mehr davon erholt hat.

Ein ganz anderes Bild zeichnet die Geschichte der guten Hexe Martha, welche Natur und Kinder über alles liebte, im Wald wohnte und sich in ein Eichhörnchen verwandeln konnte. Auch wenn sie – wie alle Hexen – ein wenig schaurig aussah, brauchte man sich vor ihr nicht zu fürchten.

Die Bleichen Berge

Drei Zinnen
Drei Zinnen

Der markante Gebirgsstock liegt in den Sextner Dolomiten und ist ein beliebtes Fotomotiv.

© Internet Consulting - Stefan Tolpeit

Einst gab es einen Königssohn, der alles hatte, was man sich vorstellen kann. Trotzdem quälte ihn ein Wunsch: Er wollte zum Mond reisen. Als er sich eines Nachts im Wald verlief, stieß er auf zwei alte Männlein in einer schimmernden Metallbüchse. Sie seien vom Mond, sagten sie. Nach langem Betteln seinerseits erfüllten sie schließlich seinen Traum und nahmen ihn mit auf den Mond.

Der Prinz war überglücklich und verliebte sich sogleich in die Tochter des Mondkönigs. Die leuchtend roten Alpenrosen, die er ihr schenkte, entzückten die Mondprinzessin so sehr, dass auch sie sich verliebte. Auf dem Mond waren nämlich alle Blumen weiß – genauso wie alles andere. Von dem vielen Weiß begann der Königssohn jedoch zu erblinden. Er konnte nicht länger auf dem Mond verweilen und so nahm er die Prinzessin mit auf die Erde. Sie brachte ein paar weiße Blumen mit, welche die Menschen später – verzaubert von der strahlenden Farbe – Edelweiß nannten.

Leider dauerte es nicht lange, bis die Mondprinzessin auf der Erde erkrankte. Sie fürchtete, die riesigen schwarzen Berge um sie herum würden immer näherkommen und sie erdrücken. So kehrte sie auf den Mond zurück. Der Prinz war am Boden zerstört und wandte sich von allem ab - bis er auf einen Zwerg traf. Dieser versprach, dem Königssohn zu helfen, wenn er ihm und seinem Zwergen-Volk ein Land zum Leben gewähren würde.

Und so geschah es: In der Nacht begannen die Zwerge, den Mond zu spinnen. Dazu zupften sie leuchtende Fäden vom Mond und hüllten damit das gesamte Gebirge ein – bis es weiß leuchtete. So konnte die Mondprinzessin wiederkehren und die lebten glücklich bis an ihr Ende. Die Dolomiten, "die bleichen Berge", haben ihre helle Farbe bis heute behalten.

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