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Prokulus-Kirche in Naturns

Das Kleinod aus dem Frühmittelalter verbirgt einen kunsthistorischen Schatz im Inneren – ein Highlight, das Sie auf keinen Fall verpassen sollten.

Die romanische Kirche am östlichen Ortseingang von Naturns wird von Apfelgärten umgeben und gibt sich auf den ersten Blick sehr schlicht und unauffällig. Der ursprüngliche Kirchenbau stammt ca. aus der Zeit zwischen 630 und 650 n. Chr., wurde im Laufe der Jahre aber mehrmals umgestaltet und erweitert.

Im Zuge von Restaurierungsarbeiten wurden 1912 vorkarolingische Fresken entdeckt, die von verschiedenen Wissenschaftlern auf das 7. oder 8. Jh. n. Chr. datiert werden. Damit zählen die beeindruckenden Malereien zu den bedeutendsten Kunstschätzen Mitteleuropas und zu den einzigen Fresken aus dieser Zeit in ganz Kontinentaleuropa. Dargestellt werden unter anderem wahrscheinlich Szenen aus dem Leben des heiligen Prokulus, der einst Bischof von Verona war.

Im St.-Prokulus-Kirchlein in Naturns sind auch gotische Fresken aus dem 14. Jh. zu sehen. Einige diese jüngeren Fresken wurden abgetragen, um die darunterliegenden frühmittelalterlichen Fresken freizulegen. Sie sind heute im Museum neben der Kirche ausgestellt.

Prokulus-Museum – 1.500 Jahre Geschichte

Der zeitgenössische Bau gleich neben der Kirche wurde 2006 eröffnet und ist zum Großteil unterirdisch angelegt. Ausgestellt werden die gotischen Fresken, die in der Prokulus-Kirche abgenommen wurden sowie Funde aus der Kirche und der Umgebung.

Vier Stationen führen mit Videoprojektionen durch die Spätantike, das Frühmittelalter, die Gotik und die Pestzeit in Naturns und erwecken 1.500 Jahre Geschichte zum Leben.

Die archäologischen Funde wurden bei Ausgrabungen in den 80er-Jahren entdeckt. Sie verraten, dass die Kirche auf den Überresten eines antiken Hauses errichtet wurde, das nach einem Brand als Begräbnisstätte diente.

Als 1636 die Pest Naturns erreichte, raffte die Epidemie ein Viertel der gesamten Bevölkerung dahin. Aus Angst vor Ansteckungen wurden die Opfer der Seuche außerhalb des Dorfes an der Prokulus-Kirche bestattet.

Durch die Gräber aus verschiedenen Epochen und die Grabbeigaben konnten die Wissenschaftler viel über das Leben in der Region erfahren. Die Erkenntnisse werden den Besuchern im Prokulus-Museum zugänglich gemacht.

Die Prokulus-Kirche und das Museum können zu den Öffnungszeiten besichtigt werden. Führungen werden nach Vereinbarung angeboten.

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