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Laaser Marmor

Der weiße Marmor aus dem Laaser Tal und vom Göflaner Berg im Vinschgau in Südtirol ist weltberühmt und begeistert mit seiner hervorragenden Qualität seit zwei Jahrhunderten Künstler und Architekten auf der ganzen Welt.

Früher wurde der Marmor vom Vinschgauer Nördersberg Tiroler oder Vinschgauer Marmor genannt, bevor sich Mitte des 19. Jahrhunderts die Bezeichnung Laaser Marmor durchsetzte. Derzeit wird das Marmorvorkommen im Vinschgau von zwei Unternehmen unter zwei verschiedenen Handelsnamen abgebaut: Der Laaser Marmor auf dem Gebiet der Gemeinde Laas ganzjährig im Weißwasserbruch auf ca. 1.600 m und der Göflaner Marmor auf dem Gebiet der Gemeinde Schlanders in den Sommermonaten im Mitterwandbruch auf etwa 2.200 m Höhe.

Geschichte des Marmorabbaus im Vinschgau

Systematisch abgebaut wurde das kostbare Gestein im Vinschgau seit Mitte des 19. Jahrhundert. 1848 erwarb der bayrische Geschäftsmann Bernhard Schweizer die Abbaurechte für Göflan und Laas und belieferte insbesondere Steinmetze, die im Dienste Ludwigs I. von Bayern standen. Knapp 20 Jahre später gründeten Carl Steinhäuser, Bildhauer aus Bremen, und sein Sohn Johannes mit den Laaser Marmorwerken das erste zentrale Unternehmen im Bereich Marmorabbau.

Auf Johannnes Steinhäuser geht auch die Berufsfachschule für Steinbearbeitung in Laas zurück. 1883 pachtete der Laaser Steinmetz Josef Lechner von der Gemeinde Laas unter anderem den Weißwasserbruch. Viel über die Geschichte des weißen Marmors erfahren Wanderer auf den beiden Vinschger Themenwegen Laaser Marmorweg und Göflaner Marmorweg.

Weißes Gold

Der weiße Marmor aus dem Vinschgau zeichnet sich durch Härte, Frostbeständigkeit und einzigartigen Glanz aus. Schon früh wurde er wegen seiner Schönheit und Widerstandsfähigkeit geschätzt – das beweisen prähistorische Menhire und römische Meilensteine der Via Claudia Augusta. Anfang des 16. Jahrhunderts entwickelte sich im Vinschgau eine blühende Steinbildhauerkunst: Davon zeugen z.B. die kunstvoll gestalteten Säulen im Arkadengang der Churburg.

In der ganzen Welt bekannt und beliebt bei Architekten und Bildhauern wurde der wertvolle weiße Marmor dann mit dem systematischen Abbau im 19. Jahrhundert. Berühmte Beispiele vom Ende des 19. Jahrhunderts sind der Pallas-Athene-Brunnen vor dem Parlament in Wien und das Heinrich-Heine-Denkmal in New York. Auch später wurde der Marmor aus dem Vinschgau bei vielen Bauten eingesetzt – von der City Hall Memphis in den USA über das Konzerthaus Bozen bis zur Moschee in Abu Dhabi.

Von New York bis Wien

Nach wie vor wird der Marmor aus dem Vinschgau von Architekten und Künstlern geschätzt, die an das Material höchste Ansprüche in Hinblick auf Farbe, Glanz und Härte stellen. 2016 wurde in New York das vom Stararchitekten Santiago Calatrava entworfene Oculus eingeweiht, zugleich Haupthalle und Einkaufszentrum des neuen Bahnhofs am Ground Zero. 40.000 Quadratmeter der Sorte Lasa Bianco Nuvolato wurden dafür aus Laas für Boden- und Wandplatten, Treppenstufen und Handläufe nach New York geliefert. Und der Grabstein in Form eines Konzertflügels auf dem Wiener Zentralfriedhof, der die Urne mit Udo Jürgens Asche enthält, wurde aus Göflaner Marmor der Sorte Vena Oro gefertigt.

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