Urlaub einmal anders: Bergbauernhilfe in Südtirol

Schuften im Urlaub? Richtig: Freiwillige Arbeitseinsätze bei Südtiroler Bergbauern werden Jahr für Jahr beliebter. Zurück nach früher, zurück zur Natur und vor allem zurück zum einfachen Leben heißt die Devise, die immer mehr Menschen weg von der Stadt und hinauf zu den Bergbauern lockt.

Doch Nichtstun wie im klassischen Urlaub gilt hier nicht. Frühmorgens geht’s zu den Kühen in den Stall, danach aufs Feld oder in die Küche. Und am Abend heißt es nie vor 20.00 Uhr Feierabend. Das Leben der Bergbauern ist hart, hier wird einem nichts geschenkt. Auch nicht jenen, die sich für einen unbezahlten Arbeitseinsatz in einem der 300 Einsatzorte in ganz Südtirolentschieden haben.

Und trotzdem haben im Jahr 2006 insgesamt 1196 Personen einen Arbeitsurlaub bei den Bergbauern verbracht. Warum das so ist, hat vielfältige Gründe.

Hansjörg etwa begeisterte die Welt der Bergbauern, „eine Welt, die mir bei meinen Wanderungen an den Höfen vorbei größtenteils verborgen geblieben war.“ Jetzt weiß er, was es heißt, richtig zuzupacken, bei der Heuarbeit zu helfen, die Kühe zu melken und Bauernhaus und Almen in Schuss zu halten. Auf der Alm, so der 51 Jährige, habe er gelernt, wie viel Lust er noch aufs Lernen und Entdecken habe, vor allem, wenn er ein sinnvolles Ziel vor Augen habe.
Ähnlich erging es Matthias, 20: „Ich bekam Einblick in eine Lebensweise, die man im Tal oder in der Stadt nicht kennt.“ Das Geben und Nehmen, die Ehrlichkeit und Bodenständigkeit der Bergbauern haben ihm am besten gefallen. Bei einem freiwilligen Arbeitseinsatz könne man „nur gewinnen“, ist er sich sicher. 

Wie wird man freiwilliger Helfer?

Sich zum Einsatz melden ist einfach und unbürokratisch. Die Anmeldung erfolgt über die Südtiroler Bergbauernhilfe, die gleichzeitig eine Unfall- und Haftpflichtversicherung für die Helfer abschließt.

Doch für den Einsatz eignet sich längst nicht jeder: wichtigstes Kriterium für die Auswahl ist die Überzeugung, d.h. der Grund für die freiwillige Hilfe. Den Einsatzbereiten muss klar sein, dass es sich bei der Bergbauernhilfe keinesfalls um nostalgischen Almurlaub, sondern um knochenharte Arbeit handelt. Vorkenntnisse in der Landwirtschaft sind vorteilhaft aber nicht zwingend. Bei der Anmeldung können Helfer angeben, wo sie am liebsten ihren Arbeitseinsatz leisten möchten. Man sollte sich mindestens eine Woche Zeit dafür nehmen.

Wem nutzt der freiwillige Arbeitseinsatz?

In allererster Linie hilft der freiwillige Arbeitseinsatz bedürftigen Bergbauern in ganz Südtirol. Vor allem von Mai bis Ende Oktober wird jede helfende Hand dringend benötigt und auch während des restlichen Jahres sind Helfer immer willkommen.
Jene, die sich für einen Freiwilligen Arbeitseinsatz entscheiden, werden nachhaltige Eindrücke mit nach Hause nehmen: vom beschwerlichen Leben in den Bergen, aber vor allem von der Herzlichkeit der Bergbauern, ihrer ehrlichen Art und dem Dank, der vom Herzen kommt. Denn der ist mehr wert, als jedes Geld.

Nützliche Informationen

Alle Informationen rund um den Freiwilligen Arbeitseinsatz bei Südtiroler Bergbauern erhalten Interessierte bei der Südtiroler Bergbauernhilfe:

Verein Freiwillige Arbeitseinsätze
Schlachthofstraße 4/D
39100 Bozen
Tel. +39 0471 999309
Fax: +39 0471 999491
E-Mail: info(at)bergbauernhilfe.it


Das bisschen Ich und Dabeisein

Wie andere ihren Arbeitseinsatz erlebt haben und welche Gründe sie zur Bergbauernhilfe bewogen haben, schildert eindrucksvoll das Buch: „Das bisschen Ich und Dabeisein. Südtiroler Bergbauern und freiwillige Helfer“ von Günter Falser und Paul Schenk. Es ist in allen Athesia Buchhandlungen und im Verein Freiwillige Arbeitseinsätze erhältlich.


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