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Preisguffen in Niederdorf

Was für ein kurioser Südtiroler Osterbrauch! So köstlich es schmecken mag, ein weiches Drei-Minuten-Ei hätte am Ostersonntag beim traditionellen Preisguffen im Hochpustertal sicher keine Chance.

Um 10 Uhr, nach der Ostermesse, trifft sich ganz Niederdorf am „Von Kurz Platz“ im Dorfzentrum, um das härteste Osterei des Jahres zu ermitteln.

Das Guffen ist ein sehr alter Osterbrauch: Jeder Teilnehmer kommt mit einem gekochten, am Gründonnerstag gefärbten Ei. Man tut sich jeweils zu zweit zusammen und versucht, das Ei des Gegners kaputt zu machen, in dem man zuerst Spitz gegen Spitz gegeneinander stößt, dann die runden Seiten des Eis. So geht es Sieger gegen Sieger weiter und wessen Ei am Ende noch ganz ist, der ist der Sieger des Preisguffens.

Eigentlich ist ein Ei etwas unendlich Zartes und etwas, das voller Kräfte und Geheimnisse steckt. In so mancher Kultur verkörpert es das Geheimnis des Lebens, die Faszination des Kosmos. In Südtirol spielten Eier zur Osterzeit und nach den langen Fastenwochen schon immer eine wichtige Rolle. Sie dienten als Speise, aber gleichzeitig auch als Symbol für Leben, Reinheit, Fruchtbarkeit, als Naturalabgabe bei Schulden und immer wieder auch als kleines, kunstvoll verziertes, liebevolles Geschenk.

Der Brauch des Preisguffens selbst ist heute nur mehr eine symbolische Angelegenheit, gleichzeitig jedoch auch in lebendiges Zeugnis der Traditionsverbundenheit der Menschen. Neben den Ostereiern tritt zu diesem Fest natürlich auch der Osterhase auf, der die Kinder nach dem Ostergottesdienst im Garten versteckt erwartet.

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