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Die bleichen Berge

Wussten Sie, dass die Dolomiten nicht immer schon in ihrer heutigen Farbe erstrahlten? Wenn nicht, dann lesen Sie hier, was sich vor vielen Jahrhunderten zugetragen hat.

Einst gab es einen traurigen und verzweifelten Königssohn. Er hatte alles, was man sich nur vorstellen kann und trotzdem quälte ihn nur ein sehnlicher Wunsch: Er wollte zum Mond reisen. Die Menschen auf der Erde konnten ihm diesen Wunsch freilich nicht erfüllen und so blieb der Königssohn tief unglücklich. Bis zu der einen Nacht, in der er sich im Wald verlief. Da hörte er Stimmen, welchen er folgte und schließlich fand er zwei alte Männlein in einer schimmernden Metallbüchse.

Sie seien vom Mond, erklärten sie dem Prinz und nach langem Betteln und Klagen seinerseits erfüllten sie ihm schließlich seinen Traum: Er reiste mit den Männlein zum Mond. Dort angekommen war er glücklicher denn je und verliebte sich sogleich in die wunderschöne Tochter des Mondkönigs. Die strahlend roten Alpenrosen, die der Königssohn ihr als Geschenk überreichte, entzückten die Mondprinzessin so sehr, dass auch sie sich sofort verliebte.

Auf dem Mond waren nämlich alle Blumen weiß – genauso wie alles andere. Zunächst war der Prinz davon begeistert, doch allmählich begannen seine Augen von dem vielen Weiß zu erblinden. Er konnte nicht länger auf dem Mond verweilen und so nahm er die Prinzessin mit auf die Erde. Diese brachte einige weiße Blumen als Geschenk mit und begann sie überall zu pflanzen. Verzaubert von der hellen strahlenden Farbe dieser Blumen nannten die Bewohner sie Edelweiß.

Der Mondprinzessin gefiel es zunächst bestens auf der Erde, doch es dauerte nicht lange, bis schließlich auch sie erkrankte. Sie wollte zurück zum Mond, weil sie fürchtete, die riesigen schwarzen Berge um sie herum würden immer näher kommen und sie erdrücken Der Prinz konnte sich nicht trennen und so flog er noch einmal mit ihr zum Mond. Kurz bevor er erblindete, musste er jedoch zurück zur Erde – ohne die Mondprinzessin.

Wieder am Boden zerstört und von allen Menschen abgewandt, traf der Königssohn einen Zwerg in einer Höhle. Wenn er ihm und seinem Volk der Salwàns ein Land zum Leben gewähre, so würde er reich belohnt werden. Der Prinz erzählte ihm seine Geschichte und der Zwergenkönig versicherte ihm, dass er eine Lösung wisse.

Und so geschah es: Eines Nachts begaben sich alle Salwàns auf die schwarzen Berge und begannen den Mond zu spinnen. Sie zupften kleine leuchtende Fäden vom Mond und hüllten damit das gesamte Gebirge ein – bis es weiß zu leuchten begann. So konnte die Mondprinzessin endlich wiederkehren und die beiden regierten glücklich und zufrieden bis an ihr Ende. Und die Dolomiten, „die bleichen Berge“, haben ihre weiße Farbe bis heute behalten.

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