Roland Trettl
Der Küchen-Globetrotter! Spätestens seit seiner Rolle als Küchenchef im Restaurant Ikarus im legendären Salzburger Hangar 7 ist Roland Trettl jedem Gourmet ein Begriff.
In diesem Gourmettempel hält er zusammen, was eigentlich nicht zusammengehört. Nämlich ein Restaurant, das alle vier Wochen völlig anders ist, indem jeden Monat ein anderer talentierter Koch seinen Kochlöffel schwingt. Dabei spürt Trettl Starköche aus der ganzen Welt auf.
Er reist von Kanada in den Fernen Osten, nach Südafrika und in den hohen Norden. Trettl trifft Köche, lernt ihre spezielle Küche kennen und engagiert sie für einen Monat im Konzeptrestaurant Ikarus. Dass die Küche so jeden Monat völlig verschieden ist, dass das Menü jeden Monat anders ist, kann man sich vorstellen. Trettl hält alles zusammen und zieht sich wie ein roter Faden durch die doch grundverschiedenen Kochkünste seiner Starköche.
Was uns Südtiroler so stolz auf ihn macht, ist die Tatsache, dass Roland Trettl ein Kind unserer Heimat ist. Er wurde 1971 in Bozen geboren und entschied sich recht bald, Koch zu werden. Erste Kocherfahrungen sammelte er im elterlichen Hotelbetrieb, die Lehre machte er in einem Oberbozner Hotel. Nach der Lehre wurde ihm Südtirol zu eng und er bewarb sich naseweis bei Eckard Witzigmann, dem weltweit bekannten Koch-Guru aus Deutschland. Hier verdiente Roland sich seine Sporen, hier legte er den Grundstein für sein späteres Berufsleben.
Nach der Ausbildung in München zog es ihn nach Mallorca, wo er von Witzigmann den Auftrag erhielt, ein kleines Restaurant mit edler internationaler Küche zu führen. Gesagt-getan: das Restaurant war ein voller Erfolg, er leistete es sich sogar, seinen Ruhetag Montag nicht für Michael Douglas und Catherine Zeta-Jones zu opfern, die gerade an diesem Tag dort essen wollten.
Eine nächste Etappe seiner Kochlaufbahn brachte Trettl nach Tokio, in die japanische Metropole mit gänzlich anderen Sitten, Gebräuchen und Genussverständnissen. Auch dieses Mal war es Witzigmann, der ihn bat, in seinem Namen ein Restaurant in Tokio zu führen. Und wieder war es ein voller Erfolg. Nach ein paar kurzen Jahren war jedoch Schluss: anscheinend hatte Trettl gegen Visum-Vorschläge verstoßen und wurde des Landes verwiesen.
Kochtechnisch gesehen, hat Trettl alles erreicht, was man sich als Koch wünschen könnte. Was sollte auf Tokio schließlich noch folgen? Kaum zu glauben aber wahr: es verschlug ihn nach Salzburg, wo das Gastkochkonzept im Restaurant Ikarus seit wenigen Jahren sehr erfolgreich umsetzt.
