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Weben mit der Hand

Ein fast schon vergessenes Handwerk! Dabei war der Weber bis ins 19. Jahrhundert ein sehr angesehener und oft aufgesuchter Handwerker.

Die Weberzunft in Innichen genoss auf allen mitteleuropäischen Märkten großes Ansehen. Heute gibt es nur mehr einen in ganz Südtirol, der diesen aus dem Mittelalter stammenden Beruf aufrechterhält: Herman Kühebacher aus Innichen.

Auf seinen Reisen durch Schottland und Irland bewunderte Herman immer wieder die Kunst der Schaftweberei, die auf den Inseln noch hochgehalten wird und er lernte langsam und mit viel Geduld dieses Handwerk. 1996 eröffnete der Innichner dann seine eigene Weberei in seiner eigenen Wohnung im Zentrum des Dorfes. „Rentiert hat sich das Weben nie“, doch für Herman ist es eine Leidenschaft, „besonders toll ist, dass ich arbeiten kann wann und wie viel ich gerade Lust habe!“

Ein fast schon vergessenes Handwerk

Webte Herman am Anfang nur Meterware aus dem klassischen Leinen, so hat er mit viel Fantasie und gutem Geschmack seine Produktpalette erweitert auf Walkstoffe, Wolldecken, Bade-, Sauna- und Handtücher, Tischdecken, Vorhänge, Schale, Teppiche und vieles mehr.

„Die Philosophie muss stimmen!“ Eines hat sich jedoch von Anfang an nie verändert: Herman verwendet ausschließlich Naturfasern, am liebsten von ihm bekannten Bauern, wie etwa aus dem Vinschgau. „Die Schafe dort sind sehr zäh und stark, das merkt man auch an ihrer Wolle, die zwar etwas kratzt, aber sehr warm gibt!“ Herman verwendet auch Edelwollen wie Alpacha, Vikunia oder Kaschmir, sehr gerne auch Seide, doch achtet der Weber auf eine artgerechte Tierhaltung und auch auf fairen Handel.

Deshalb kauft Herman meistens über kleine Kooperativen, sodass der Verdienst der erzeugenden Bauern gesichert ist. Denn „die Philosophie muss stimmen“, und zwar von Anfang an. Die Fasern werden mit Naturfarben gefärbt, das Walken der Wollstoffe geschieht nach herkömmlicher Weise und ohne Schwefelsäure, nur mit Wasser und Seife, und jeder Arbeitsgang am Webstuhl wird von Hand ausgeführt: Vom Aufziehen der Fäden bis zum eigentlichen Weben.

Der Luxus der Handarbeit

Handgewebte Produkte von Herman sind nicht nur besonders schön und allesamt Einzelstücke, sondern erhalten sich auch ein Leben lang. Besuchen kann man den lustigen Innichner, der nebenbei noch Mitglied der Traditionsgruppe Titlà ist, in seiner Werkstatt in Niederdorf.

  • Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 09.00 bis 12.00 Uhr oder nach Vereinbarung unter +39 389 93 86 539.
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