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Dem Sonnenaufgang entgegen

Es ist 5.45 Uhr. Der Lichtkegel der Taschenlampe tanzt zwischen gefährlichen Wurzeln am Waldboden und den Bäumen umher und hier und da raschelt es unheimlich hinter den Felsen. Doch die Vorfreude auf das schimmernde Naturspektakel ist größer als jede Furcht – und das Ziel liegt zum Glück nicht mehr allzu fern.

Zugegeben, das kuschelig-warme Bett zu so früher Stunde zu verlassen, erfordert schon einiges an Motivation. Wenn man am Tag zuvor jedoch mit den Hühnern schlafen geht, ist es aber halb so wild. Spätestens wenn die ersten Sonnenstrahlen hinter den östlichen Berggipfeln hervor lugen, sind auch die letzte Spur Müdigkeit und alle Anstrengung vergessen.

Das Licht, das kurz vor Sonnenaufgang die Südtiroler Bergwelt erhellt, ist etwas ganz Besonderes. Denn wenn die Dunkelheit langsam nachgibt, färbt sich der Himmel am Horizont rosa, gelb, rot oder leuchtend orange, bis endlich die Sonne selbst hinter der Bergsilhouette auftaucht. Die wohl schönsten Morgenstimmungen erlebt man dabei nicht etwa bei wolkenlosem Sommerhimmel, sondern mit einigen Wolken im goldenen Herbst.

Um das mit eigenen Augen zu sehen, muss man jedoch nicht nur zeitig aus den Federn hüpfen, sondern sich auch etwas ins Zeug legen. Schließlich sieht man umso weiter, je weiter man in der Höhe ist. Und so ein  Berg erklimmt sich nun mal nicht von alleine – schon gar nicht, wenn die halben Sinne noch schlafen und die Dunkelheit und die Kälte der Nacht den Aufstieg erschweren.

Eine Stirn- oder Taschenlampe pro Kopf, etwas Warmes zum Anziehen inklusive Mütze, Handschuhe und Schal sowie ein Tee und ein kleines Frühstück sollten daher bei jeder Sonnenaufgangswanderung zum Standard gehören.

Beliebte Sonnenaufgangsberge

Gute Weg- und Ortskenntnis oder zumindest ein sehr gewissenhaftes Studium der Tour und besondere Vorsicht sind ebenfalls unerlässlich, um in den Nacht- und Morgenstunden sicher in den Bergen unterwegs zu sein. Zu den beliebtesten, weil nicht allzu schwer erreichbaren Sonnenaufgangsbergen in Südtirol gehören zweifellos der markante Peitlerkofel am Würzjoch und der Dürrenstein in Prags. Zu beiden führt ein gut zweistündiger, mittelschwerer Anstieg – und beide bieten einen wirklich sagenhaften Blick auf die Dolomiten und die aufgehende Sonne.

Etwas schneller und einfacher gelangt man auf die Aussichtsgipfel von Piz da Peres oberhalb von Olang, Lutter- und Durakopf in Taisten oder Astjoch bei St. Lorenzen. Auch das 360°-Panorama auf dem Kronplatz ist nicht zu verachten. Dort erleichtert Aufstehwilligen, doch wenig Gehfreudigen mitunter sogar die morgendlich aktive Seilbahn den Aufstieg. 

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